Fahrrad fahren

"Beim Menschen ist es wie beim Fahrrad. Nur wenn er fährt, kann er bequem die Balance halten."
Albert Einstein

Es gibt anscheinend etwas, das ich mit Albert Einstein gemeinsam habe. Er war ein begeisterter Radfahrer und auch ich fahre liebend gerne Fahrrad. Das ist gut für uns beide, denn Fahrrad fahren hat viele positive Effekte. Nicht nur, dass man einfach und umweltschonend von A nach B kommt, sondern es fördert die körperliche, geistige und seelische Gesundheit.

Offensichtlich bietet sich Radfahren außerdem als gute Metapher für Lebensweisheiten an. Den oben zitierten Ratschlag schrieb Albert Einstein im Jahr 1930 an seinen Sohn Eduard, um ihn zu ermutigen, weiterzumachen und nicht in Grübeleien zu versinken.

Indem wir im Leben auch in schwierigen Zeiten immer weitergehen, egal wie klein die Schritte sind, finden wir zurück in die Balance. Das ist genau wie beim Fahrrad fahren. Sobald wir zum Stehen kommen, können wir das Gleichgewicht nur noch schwer halten. Treten wir dann wieder in die Pedale, gewinnen wir auch die Balance zurück, bis wir sie erneut mühelos halten können. Wieder in Fahrt zu kommen ist nicht immer ganz leicht, braucht manchmal ein wenig Zeit und auf jeden Fall Wille und Ausdauer. Manchmal ist auch ein kleiner Anschubser nötig, aber sobald wir abermals rollen geht es leichter. Wer schon einmal über Sandwege gefahren ist, weiß das ganz besonders. Es funktioniert nur, wenn man in einem kleinen Gang regelmäßig weiter tritt. Dabei muss man den Lenker festhalten, das Hinterrad kommt hinterher und stabilisiert sich von selbst. Am Ende ist man dann sehr froh, wenn das schwierige Wegstück überwunden wurde und der Untergrund endlich fest ist. Überträgt man diese Erfahrung auf sein Leben übertragen, hat man eine tragfähige Ressource, die einem durch viele Situationen hilft.

Es gibt ein weiteres Zitat von Albert Einstein zum Thema Fahrrad:

„Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr.“

Dies bezieht sich angeblich auf den Geistesblitz, der ihn zur Relativitätstheorie führte. Tatsächlich hat Bewegung viele positive Effekte auf unser Denken.

Forschungen zeigen, Bewegung trainiert das Arbeitsgedächtnis und verbessert so die Informationsverarbeitung. Sie stärkt die Aufmerksamkeit und hilft beim Problemlösen und Treffen von Entscheidungen. Durch Bewegung wird der Kortisolspiegel gesenkt und Dopamin ausgeschüttet. Das führt dazu, dass Aufmerksamkeit und kognitive Flexibilität hochreguliert werden. Fahren wir nun in einer ruhigen Umgebung Fahrrad, kann der Geist die erhöhte Aufmerksamkeit und Flexibilität dafür nutzen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Er bekommt die Möglichkeit, kreativ zu werden und Problemlösungen anzugehen.

Für mich ist das ein guter Grund, mich in der nächsten Zeit besonders häufig in den Sattel zu schwingen, etwas für meine körperliche und seelische Gesundheit zu tun und dabei dann hoffentlich viele gute Ideen zu haben.