Fehler bringen uns im Leben weiter!

"Was für eine Verschwendung wäre mein Leben ohne all die schönen Fehler, die ich gemacht habe."
Alice Bag

Können Fehler schön sein? Diese Frage stellt sich mir, wenn ich das Zitat von Alice Bag lese. Fehler tun weh oder sind zumindest unangenehm. Sollten wir nicht danach streben, alles richtig und keine Fehler zu machen? Dann müssten wir uns auch nicht mit den unangenehmen Gefühlen auseinandersetzen, die dadurch entstehen.

Warum Fehler so schmerzhaft sind

Im Alltag wird es oft belohnt, wenn wir etwas schnell und richtig machen. Der Versuch wird oft nicht angemessen wertgeschätzt und als Scheitern abgetan, entweder weil wir selbst so denken oder uns diese Haltung von anderen aufgedrückt wird. Kritik, Vergleiche und Perfektionismus machen Fehler zu etwas, das wir verstecken wollen. Dabei fühlen sich Fehler schlecht an, weil wir viel auf sie geben und nicht, weil sie falsch sind.

Perspektivwechsel

Wir sollten Fehler als Daten betrachten und nicht als Identität. Damit ist gemeint, dass wir unterscheiden zwischen „Ich habe einen Fehler gemacht.“ und „Ich bin ein Fehler“. Dadurch können wir lernen, Fehler als Feedback zu sehen. Sie teilen uns mit, was nicht funktioniert hat oder welche Annahme falsch war. So können wir aus Fehlern lernen. Statt zu sagen, „Wie doof von mir, dass ich die Hotelbeschreibung nicht genau gelesen habe und mein Hotel in einem Ort liegt, zu dem ich nicht wollte.“ lässt sich daraus die Erkenntnis ziehen: „Dieses Missgeschick hat mir gezeigt, wie wichtig genaues Lesen, klare Kriterien und ein kurzer Check sind.“ Schön wird es dann,  wenn ich feststelle, dass dieser Ort viel mehr zu bieten hat und ich glücklich bin, diese tolle Umgebung entdecken zu können.

Entscheidend ist also gar nicht der Fehler selbst, sondern das, was wir konkret daraus mitnehmen. Nicht nur die Emotionen, sondern wirkliche Erkenntnisse. Typische Lernergebnisse sind Klarheit, Selbstvertrauen, neue Fähigkeiten, bessere Entscheidungen und weniger Angst. Aber nicht jeder Fehler ist sofort „schön“, aber man kann den Blickwinkel ändern und lernen, das Positive in der Erfahrung zu sehen.

Umgang mit Fehlern

Trotzdem müssen wir uns mit dem auseinandersetzen, was schiefgelaufen ist. Das kann in 5 Schritten geschehen:

Schritt 1:   Klar und ehrlich benennen, was passiert ist. Ohne Ausreden!

Schritt 2:   Verantwortung übernehmen an dem, was geschehen ist. „Was war mein Anteil?“

Schritt 3:   „Welche Nutzen kann der Fehler für mich haben?“ „Was zeigt er über meine Werte, Bedürfnisse oder Grenzen?“

Schritt 4:   Eine konkrete Alternativ für das nächste Mal benennen.

Schritt 5:   Freundlich zu sich selbst sein. Ein guter Satz dazu ist: „Ich lerne und das ist okay.“

Indem wir uns mit dem Fehler auseinandersetzen und die Verantwortung für den eigenen Anteil übernehmen, bleiben wir handlungsfähig. Dadurch müssen wir uns dafür auch nicht schämen. Scham macht einen Menschen klein. Du kannst schamfrei Verantwortung übernehmen.

Der schlimmste Fehler

Es gibt allerdings einen bestimmten Fehler, den wir möglichst gar nicht begehen sollten: 

Der schlimmste Fehler in diesem Leben ist, ständig zu befürchten, dass man einen macht.“ Elbert Hubbard

Das ist doch ein guter Grund, all die anderen „schönen“ Fehler im Leben zu machen und an ihnen zu wachsen.