Trau dich, sei mutig!

"Du bist mutiger als du glaubst, stärker als du scheinst und klüger als du denkst."
A. A. Milne

Dieser Satz, den Christopher Robin zu Winnie Puuh im gleichnamigen Film sagt, spricht mich ganz besonders an. Er erinnert mich an eine Situation bei einer Fortbildung, die bestimmt schon 15 Jahre her ist. Diese Fortbildung erstreckte sich über mehrere Tage und wir hatten schon einige Zeit miteinander verbracht. Da sagte eine der anderen Frauen zu mir, dass sie es bewundere, wie mutig ich sei, weil ich alleine dorthin gefahren war und wegen einiger anderer Dinge, die ich von mir erzählt hatte. Ich war davon total überrascht und es fiel mir schwer, dieses Kompliment anzunehmen, da ich mich als nicht besonders mutig wahrgenommen hatte. Ich habe immer nur gemacht, was meiner Meinung nach nötig war. Bis dahin war mir überhaupt nicht bewusst, was Mut überhaupt bedeutet.

Was ist Mut? Mut, das ist die Bereitschaft, sich in eine unsichere Situation zu begeben, etwas zu tun, das mit einem Risiko verbunden ist. Dabei kann Angst eine Rolle spielen oder auch nicht, unabhängig davon ist sich der Handelnde des Risikos aber bewusst.

Wir alle sind in unserem Leben immer wieder mutig. Einige vielleicht mehr als andere, jedoch ist Mut wichtig, damit wir uns im Leben weiterentwickeln können. Wir beschreiten neue Wege und gehen über Grenzen hinaus, die nur scheinbar vorhanden sind. Ohne Mut sind wir nicht lebensfähig.

Mut hat viele Facetten und ist individuell, da jeder unterschiedliche persönliche Voraussetzungen hat, die mitentscheiden.

Menschen können lernen, mutiger zu sein. Mut lässt sich schrittweise trainieren, indem ich mich etwas Kleines traue, was ich vorher nicht gewagt habe. Schritt für Schritt führt das zu mehr Mut. Was jedoch immer erforderlich ist, ist eine mentale Bereitschaft. Ich entscheide mich dafür, mutig zu handeln.

Das Gute dabei ist, dass ich dann mit dem Ziel der Handlung beschäftigt bin. Ich konzentriere mich auf das, was ich erreichen möchte (bei mir war das vor einigen Wochen das andere Ende eines Kletterparcours) und bin dann nicht mehr auf das Risiko, das ich eingehe oder meine Angst fokussiert.

Mutige Menschen haben gelernt, mit einer inneren Ruhe ihr Potenzial zu entfalten. Sie kennen ihre eigenen Kräfte, haben Selbstvertrauen und Selbstsicherheit und können so auch risikoreiche Situationen meistern.

Damit ich nicht wieder vergesse, dass ich mutig bin, habe ich mir Vorbilder gesucht. Das sind Menschen, die schon das geschafft haben, was ich auch erreichen möchte und die vormachen, dass das Ziel lohnenswert und das Risiko vertretbar ist.

Und so begleitet mich der Spruch von Seneca:

„Trau dich, sei mutig! Kein Übel ist so schlimm wie die Angst davor.“