Essen ist Selbstfürsorge
Virginia Woolf
Ich liebe gutes Essen!
Als absolutes Dorfkind bin ich mit frisch gekochten Mahlzeiten aufgewachsen, bei denen oft die Zutaten im eigenen Garten geerntet wurden. In Beeten und im Gewächshaus gab es verschiedenes Gemüse und diverse Kräuter. Das Obst von Bäumen und Sträuchern wurde eingefroren oder zu Marmelade verarbeitet. Und hinter dem Haus stand der Hühnerstall mit fünf oder mehr Hühner, die uns mit Eiern und Fleisch versorgten.
Heute ist es für mich selbstverständlich, so viel wie möglich frisch und mit guten Zutaten zu kochen. Das Gemüse kommt dabei überwiegend aus dem Supermarkt, aber verschiedene Kräuter aus dem eigenen Garten verfeinern unser Essen. Obst zum Naschen haben wir auch.
Für mich ist es unvorstellbar, einen Tag ohne ein richtiges Frühstück zu beginnen oder das ausgewogene Mittagessen ausfallen zu lassen. Meine Erfahrung zeigt, dass ich dann einfach nicht richtig funktioniere. Ich kann dann nicht gut denken, bin schnell gereizt und hungrig schlafen funktioniert für mich schon gar nicht.
Was ist die richtige Ernährung?
Das ist aber nicht nur bei mir so. Unser Körper braucht ausreichend Energie und Nährstoffe, um effizient und reibungslos zu funktionieren.
Es gibt unzählige verschiedene Ernährungsformen und bei vielen davon behaupten deren Verfechter, dass sie die einzig Richtige sei. Dem ist natürlich nicht so.
Wie die perfekte Ernährung für den einzelnen Menschen aussieht, kann man pauschal nicht sagen.
Grundlagen der Ernährung
Es gibt jedoch Grundlagen, auf die wir uns stützen können, um uns gesund zu ernähren. Eine davon ist, dass unser Organismus evolutionär auf die Zufuhr von Kohlenhydraten eingestellt ist. Besonders das Gehirn benötigt davon ausreichend, um optimal zu funktionieren. Bekommt es die Glucose nicht aus den Kohlenhydraten, die wir mit der Nahrung aufnehmen, zieht es sie aus anderen Bereichen ab und versetzt damit den Körper in Stress.
Kohlenhydrate sind also unsere Hauptquelle für schnelle Energie. Sie versorgen Muskeln und Gehirn schnell mit Energie. Es gibt einfache Kohlenhydrate, die meist süß sind, und komplexe, die eher neutral schmecken.
Vollkornbrot, Haferflocken, Vollkornnudeln, Pellkartoffeln, Hülsenfrüchte und buntes Gemüse enthalten viele komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Sie sorgen für eine stabile Energie und verhindern so Heißhunger-Attacken. Dagegen sorgen Lebensmittel, die aus einem hohen Weißmehlanteil bestehen oder viel Zucker enthalten dafür, dass der Blutzucker schnell ansteigt und oft genauso schnell wieder abfällt und man somit in ein Energieloch geschickt wird.
Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Stoffe, die eine wichtige Rolle für unsere Verdauung spielen und unter anderem das Mikrobiom im Darm füttern. Sie sorgen für die wichtigen beruhigenden Signale, die über die Darm-Hirn-Achse unser Wohlbefinden fördern.
Neben Kohlenhydraten und Ballaststoffen enthalten die eben genannten Lebensmittel auch eine Menge an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren, die für viele Prozesse im Körper wichtig sind.
Aus Aminosäuren sind Eiweiße aufgebaut. Eiweiß ist ein überlebenswichtiger Baustoff und das gilt nicht nur, weil es für den Aufbau von Muskeln zuständig ist. Aminosäuren sind wichtig für das Immunsystem, den Zellaufbau, die Produktion von Enzymen und Hormonen und sie übertragen Nervenreize. Deshalb ist eine ausreichende Aufnahme von Eiweißen unverzichtbar. Dies sollte durch eine Kombination verschiedener proteinreicher Lebensmittel erreicht werden. Neben tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier können das auch pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse, Haferflocken oder Soja sein. Goldhirse, Quinoa und Buchweizen zum Beispiel haben eine gute Bioverfügbarkeit von Eiweiß und enthalten komplett alle essentiellen Aminosäuren.
Die Hauptenergielieferanten in unserer Ernährung sind Fette. Sie bestehen aus verschiedenen Fettsäuren. Der Anteil und die Qualität der Fettsäuren in unserer Nahrung sind von großer Bedeutung. Zu den Lebensmittel, die reich an gesunden Fettsäuren sind, gehören Chiasamen, Fisch, Bohnen, Avocado, hochwertige Öle und Nüsse. Für uns schädlich sind Transfettsäuren, die in Fertigprodukten enthalten sind oder durch falsches Erhitzen von Ölen entstehen.
Was das für mich bedeutet
Gesunde Ernährung ist immer eine Frage der Balance. Die oben genannten Lebensmittel sind Beispiele, aus denen sich leckere und einfache Mahlzeiten zusammenstellen lassen. Essen sollte unkompliziert sein und uns nicht stressen. Es muss nicht perfekt sein, sondern kann auch manchmal einfach dazu dienen, die Seele zu nähren. Wichtig ist meiner Meinung nach, über die Woche möglichst viele unterschiedliche Lebensmittel zu verwenden, genug Gemüse und auch Obst zu essen und weitgehend auf hoch verarbeitete Produkte zu verzichten.